February 20th, 2007
Auf Landsuche
Die Suche nach einem hübschen Fleckchen Land im Metaversum “Second Life” gestaltet sich schwieriger, als ich gedacht hätte. Als Premium Member hat man ein Anrecht auf 512 qm Land, so sagen die Linden People. Tja, wenn es nur welches gäbe…
Die Ausgabe von neuem Land wird offenbar zurückgehalten, um die Landpreise in die Höhe zu treiben. Ein freundlicher Immobilienmakler erzählte mir heute, First Land gäbe es derzeit quasi überhaupt nicht. Für 512 qm müsste ich round about 9000 - 10000L$ berappen, das sind etwa 35 US$.
Neben Sex und Parties ist der Immobilienhandel in SL der größte Markt. Heute fand ich z.B. ein hübsches Fleckchen Erde, nicht mal besonders groß, für sage und schreibe 230.000 L$ (ca. 850 US$). Wer gibt denn so viel Geld aus für Land, das ausschlißlich im “Grid” existiert? Spekulanten tun das, und Leute, die hoffen, auf Ihrer Parzelle ein gut laufendes Geschäft zu errichten.
Die Rücktauschmöglichkeit von Linden-Dollar in harte US-Dollar gibt dem ganzen die nötige Schubkraft, denn hier wird reales Business in einer virtuellen Welt gemacht. Es ist ein wenig wie New Economy hoch zehn: Turbokapitalismus und Hedo-Liberalismus pur. Normalerweise würde ich sagen: Von mir aus, warum nicht, wenns spaß macht. Aber einen entscheidenen Unterschied gibt es dann doch: Dies ist kein selbstregulierendes turbokapitalistisches System, sondern eine Diktatur. Die wenigsten Spekulanten und “Geschäftsleute” im neuen Land nehmen wahr, dass die wirtschaftlichen Entwicklungen einer zentralistischen Steuerung der Linden-Freaks unterliegen. Die Grundstückspreise werden über die das Angebotes genau gesteuert. Wie kann ich denn heute teuers Land kaufen und morgen werden vielleicht wieder 400 qkm frische neue Welt ins Grid gepustet? Oder der Bezirk in dem sich mein Land befindet wird zur Kampfzone erklärt?
Na dann schon lieber New Economy, die reguliert sich wenigstens noch selber…



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