February 24th, 2006
Was ist eigentlich XForms?
Für alle, die es noch nicht wissen: XForms ist ein vor einiger Zeit vom W3C verabschiedeter XML-Standard, um Eingabeformulare, also Applikationsoberflächen zu beschreiben.
Wie die meisten wahrscheinlich wissen, war HTML ursprünglich dazu gedacht, Dokumente bzw. Dokumentinhalte über das Web zur Verfügung zu stellen. Um Benutzeroberflächen komplexer Softwarelösungen zu beschreiben, bzw. zu programmieren ist HTML jedoch denkbar ungeeignet. Dennoch werden die meisten internetfähigen Softwarelösungen auf genau dieser Technologie, also HTML, aufgebaut. Für die Gemeinde der Webentwickler ist das seit Jahren ein Dilemma (auch wenn man sich inzwischen an die ganzen notwendigen Workarounds gewöhnt hat und es inzwischen jede Menge Webapplikations-Frameworksw gibt, die diese Unzulänglichkeiten zu überbrüchen versuchen). Um hier nun endlich mal technologisch einen Schritt nach vorne zu kommen, hat das W3C ein alternatives XML-Markup entwickelt, um genau diese Anforderungen zu erfüllen.
Viele sehen XForms eine Technologie mit großer Zukunft. Dass die Browser in absehbarer Zeit neben HTML und JavaScript auch XForms interpretieren ist zwar mehr als fraglich, Teile der Entwicklergemeinde stürzen sich aber zur Zeit gierg darauf, XForms implementierungen für verschiedenste Plattformenen zu schreiben (serverseitiges XForms -> Clientseitiges HTML, XForms -> Flash, XForms -> AJAX (!), usw.).
Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass XForms HTML ersetzen kann, wird oder sollte. Ein XForms-Interpreter kann eine eigenständige, clientseitige Applikation sein, die mit einem HTML-Browser nichts zu tun hat. Auch die Verwendung von HTTP als Übertragungsprotokoll ist nicht zwingend notwending (und eigentlich auch nicht sinnvoll) um XForms clientseitig einzusetzen.
Einen ersten Überblick über diese neue und vielversprechende Technologie gibt Steven Pemberton (W3C/CWI) hier bzw. Sebastian Zächerl in einer deutschen Übersetzung hier.


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